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Hilfestellung für Anfänger

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20 Juli 2010 18:23 #21 von SpeedmasterB

katerleo schrieb: Hallo, Jörg!

Wenn Du keine Drahtkathode durch das Rohr gelegt hast, findet im Inneren mangels elektrischen Feldes kein Stromfluss, keine Anodisierung und daher auch keine Erwärmung statt; mach Dir in diesem Fall keine Sorgen um die "stehende" Säure.
Rudi


Jetzt bin ich etwas erretiert :)

muss ich die Innenflächen dann mitrechnen für die Ampere oder dann nur die Aussenfläche?

Wenn ja nur die Aussenfläche in betracht zu ziehen ist, habe ich nur ca. 99350mm²
da sind dann sogar nur 15 Ampere oder habe ich jetzt einen Denkfehler?

Gruss

Jörg

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20 Juli 2010 21:18 #22 von katerleo
Hallo, Jörg!

Das Problem mit der Innenseite von Rohren ist ein typischer Fall für die Antwort von Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber....

Das elektrische Feld "reicht" etwa 1-2 Durchmesser weit in die Innenseite eines Rohres. Schon diese vage Behauptung ist nicht immer richtig. Es kommt auf den absoluten Durchmesser des Rohres genauso an wie auf die Länge.

Ein rundes, hohles Ding mit 10cm Durchmesser und 5cm Länge ist ein Rohr, auch wenn es nicht so aussieht. Bei diesem Gebilde wird auf der "Innenseite" eine ebenso schöne Schicht entstehen wie außen, und die Innenseite muß deshalb mit der vollen Oberfläche mitgerechnet werden.

Das andere Extrem ist z.B. ein Rohr mit 1cm Durchmesser und 30cm Länge. Da wird innen eine immer dünner und schlechter werdende Eloxalschicht entstehen, die ungefähr 1-1,5cm ins Rohr reinreicht. Weiter drinnen ist nichts mehr mit Feld, und die feldfreien Bereiche brauchst Du nicht mitrechnen.

Ein geradezu gemein unberechenbares Werkstück ist ein "Rohr" mittleren Duchmessers, das Durchbrüche in der Rohrwandung aufweist. Durch jeden dieser Durchbrüche schnüffelt das elektrische Feld wieder durch, genauso wie an den Enden des Rohres. Wie weit, das erweist sich nach erfolgter Anodisierung, da kann man dann durch Augenschein nachprüfen, wo eloxiert wurde und wo nicht; eine exakte Berechnung ist da jedenfalls nicht möglich.

Rechne einfach ein Drittel, maximal die Hälfte der Innenfläche mit, dann bist Du (höchstwahrscheinlich) auf der sicheren Seite mit der Stromkalkulation.

Besser und genauer kann ich's leider nicht beschreiben, da sind zu viele Unbekannte in der Rechnung....

Grüße, Rudi

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20 Juli 2010 21:42 #23 von SpeedmasterB
Hallo Rudi,

danke für die für mich Aussagekräftige Antwort.

Da komme ich zu dem Entschluss das ich bei dem Rohr Ø28 x Ø15 x 470mm nur mit sagen wir mal
L=100mm Rechne und für den Ø46 x Ø40 x 370mm Rechne ich den ganzen Rohrduchmesser da dieser ja im Vorderen bereich mehrere Duchbrüche aufweist :)

Danke für Eure Hilfestellung.

Werde wenn alles da ist, Farbe ist unterwegs, Ph-Tester ist auch Organisiert fehlt noch das
Thermometer und die verflixten Handschuhe :)

Gruss

Jörg

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21 Juli 2010 19:33 #24 von SpeedmasterB
Hallo,

jetzt habe ich doch noch ein Anliegen ;)

Kann ich das 2 Stufen Sealing auch nur mit der Sealing-Lösung machen? oder müsste ich mir
dafür jetzt noch zusätzlich das Salz bestellen?

Gruss

Jörg

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21 Juli 2010 20:04 #25 von Drehodor
Hallo Jörg,

in der TM-2 (Downloadbereich) ist alles beschrieben. Ein Einstufen-Sealing nur mit Sealinglösung wird nicht empfohlen, ich habe es auch noch nicht ausprobiert. Am besten das Zweistufen-Sealing anwenden wie beschrieben, das funktioniert einwandfrei. Kein Ausbluten der Farbe in der ersten Stufe und keine Beläge auf dem Werkstück nach der zweiten. Was will man mehr?

Thomas.

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21 Juli 2010 20:12 #26 von katerleo
Hallo, Jörg!
Zweistufensealing heißt, mit Sealsalzlösung vorbereiten und dann mit Sealing-Lösung verdichten und fertigstellen. Läßt Du eines von beiden weg, sind's halt keine zwei Stufen! Ich rate daher, wenn Du das Zweistufensealing anwenden willst, zum Erwerb des Sealsalzes.

Weil es mir gerade einfällt, und noch nichts verbockt ist: Ist der Schaft, den Du eloxieren willst, Dein erstes Stück? Wenn ja, und nimm mir das jetzt nicht übel, probier die ganze Geschichte erstmal an einigen Probestücken! Erstens macht es dann nichts, wenns nicht klappt, und zweitens kannst Du an kleinen Stücken (Blechstreifen, Stäbe, etc.) die notwendigen Arbeitsabläufe üben und Dir zu eigen machen. Hier im Forum sind genug Beispiele von misslungenen Teilen zu sehen...

Grüße, Rudi

___________________________________________________
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21 Juli 2010 21:00 #27 von Drehodor
Da stimme ich Rudi vollkommen zu, als erstes solltest du Probestücke eloxieren um die Gegebenheiten kennen zu lernen. Wenn du das Teil nochmal abbeizen musst (vielleicht sogar mehrmals) gehen Passungen und Gewinde drauf. Das Teil war bestimmt nicht billig und ist zu schade für die Schrottkiste. Also vorher üben.

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21 Juli 2010 21:14 #28 von SpeedmasterB
Hallo Ihr beiden,

danke für Eure Infos, dann werde ich mir wohl noch das Salz Organisieren :)

Ja es ist mein erstes Stück und ich werde mich Hüten diesen als "Test"-Objekt einzusetzen.

Werde Natürlich erstmal klein Anfangen mit Probestücken, die evtl. auch in die ALU-Tonne
wandern können, wenn ich mich dann mit der Materie/Abläufen Vertraut gemacht habe werde ich mich an meine einfavhen Bauteile wagen, den Schaft werde ich erst zur Herbst/Winter-Zeit zum Eloxieren freigeben :)

Hoffe das ich zum Wochenden meine ersten Versuche mit dem "Starter-Set" in Angriff nehmen kann.

Werde Euch auf dem Laufenden Halten.

Gruss

Jörg

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21 Juli 2010 21:26 #29 von Drehodor
Eins noch, du schreibst der Schaft ist aus 7075. Diese Legierung verhält sich etwas speziell, manche behaupten man könne es gar nicht eloxieren. Keine Angst, es funktioniert. Jedoch solltest du bei den Probestücken auch mal diese Legierung ausprobieren, da besonders beim Färben Unterschiede zu anderen, "reineren" Legierungen bestehen. Nur mal so als Tipp um bösen Uberraschungen aus dem Wege zu gehen.

Viel Spass beim ausprobieren!

Thomas.

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01 Aug. 2010 19:50 #30 von SpeedmasterB
Hallo,

endlich habe ich meine ersten "gehversuche" unternommen, nachdem ich elend lange auf ein Paket warten musste :(
aber dank den Bemühungen von ET hat es ja dann doch noch geklappt :)

Da Ihr mich bei meinem Projekt unterstützt habt in dem Ihr mir meine Fragen beantwortet
habt, was ja in manchen Foren nicht mehr der Selbstverständlichkeit entspricht, möchte ich
Euch natürlich auch nicht meine ersten Erbgebnisse vorenthalten.

Bauteile sind Drehteile Endbearbeitung ist fein Sandgestrahlt.

Ablauf wie hier im Forum/Anleitung beschrieben.

Bauteile gesäubert mit dem Alureiniger.

Gespühlt mit Wasser --> Destil.Wasser.

3 Liter Säure ca. 15-17% mit Aräometer eingestellt Temperatur am Anfang 12° zum Schluss 19°
Bewegung mit Aquariumpumpe für 5 Euro :)

Platte/Draht von ET, Platte (fast)komplett im Bad bis 1cm für Kroko-Klemme.
Bauteile mit Draht und "V" in Bohrung geklemmt.

Labormessgerät wie Beschrieben eingestellt Spannung auf MAX Strom auf die Errechneten 1A für beide Teile für ca 1Std.
Luftblasenbildung an beiden Bauteilen.

Gespühlt mit Wasser --> Destil.Wasser

Farbbad Blau 3mg/L schön Dunkel :) 55° für ca.15min. zwischendurch nachgeschaut wie die
Teile Aussehen, schönes sattes Dunkelblau mit Destil.Wasser Gespühlt um den "Endstand" zu
sehen, für gut befunden.

In Sealingsalz (Angesetzt nach Beschreibung) ca.70°-73° Grad für 5min.

Gespühlt mit Wasser --> Destil.Wasser

Sealinglösung (Angesetzt nach Anleitung) Kochendes Wasser(96°-99°Grad) für ca.1Std.

Teile immer noch schön "Satt"(glanz) Blau, freu :)

Nach dem Trocknen ist der Satte Ton zwar imer noch satt aber halt nicht mehr so "frisch".

Bin aber mit dem Ergebniss mehr als zufrieden :) würde aber gerne wissen warum der "glanz"
nach dem Trocknen nicht mehr da ist?

Ich vermute das dieses an der Oberflächenbehandlung (Sandstrahlen) liegt!

Hier mal 2 Links mit den Fertigen Bauteilen und noch 1 unbehandeltes.

[img


[img


Es ist wircklich Blau :) und kein Schwarz.

Gruss Jörg

@Drehodor(Walter)

Kannst Du mir bitte sagen wie Du dein "Becken" mit dem PVC/Lexan Platten angefertigt hast?
danke.

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01 Aug. 2010 23:47 #31 von katerleo
Hallo, Jörg!

Wie Du schon selber vermutest hast, ist der Glanz, den das Werkstück im nassen Zustand aufweist, der aber nach dem Trocknen fehlt, durch die Oberfläche bedingt. Ein Werkstück wird nach dem Eloxieren genau die gleiche Oberflächengüte aufweisen wie vorher, nicht besser, nicht schlechter. Sandgestrahltes Matt bleibt so, auch wenn's blau eingefärbt ist. So richtig "glänzende" Ergebnisse kann man nur von polierten Oberflächen erwarten. Aber: Je besser die Politur, desto besser sieht man nach dem Eloxieren Fehler, z.B. Kratzer; zum Teil werden Kratzer optisch sogar verstärkt.

Grüße, Rudi

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02 Aug. 2010 11:36 #32 von Chrischan
Eine Alternative wäre das elektochemische oder chemische Glänzen. Gestrahlte Teile mechanisch polieren ist nicht immer so einfach und erfolgreich...

Einziges Problem sind die deftigen Chemikalien die dafür benötigt werden.

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02 Aug. 2010 12:02 #33 von SpeedmasterB
Mahlzeit,

wie schon gesagt, bin ich ja im ganzen sehr Zufrieden mit meinem ersten Eloxierversuch :)

Und das die "Mattheit" von der vorbehandelten Oberfläche ausgeht hatte ich mir ja auch schon gedacht.

Mal schauen wie die nächsten Teile werden :)

Muss aber wohl noch Sealinglösung nachordern ;) , der Verbrauch beim Kochen ist ja doch schon ein großer Teil.

Gruss

Jörg

P.S.:Mal schauen wie ich meine Anlage jetzt Aufbauen/Modifizieren kann.

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02 Aug. 2010 13:05 #34 von katerleo
Hallo, Jörg!

Bezüglich Sealinglösung, Verdampfen derselben und Sealbadauffrischung schau mal dieses Thema an!

Grüße, Rudi

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02 Aug. 2010 14:17 #35 von SpeedmasterB
Hallo Rudi,

danke für den Link :)

Gruss

Jörg

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07 Aug. 2010 12:53 #36 von SpeedmasterB
Moin Moin,

habe Heute Morgen meinen 2. Versuch gestartet, da es ja noch Kühl/Frisch war.

Material Konstruktal 7075 :)

A Ø22,6x49,7 Sackloch 13,55x9,55 Durchgangsloch Ø 5,4x40,15

Errechnete Fläche ca.5150 mm² = 1,6A für 2 Teile für 1 Std.

Teile auf Titandraht 1,5mm geklemmt in der 13,55 Bohrung durch "Spirale/Feder"

Vorarbeiten
Natriumhydroxid (NaOH) 150g/L 5 min. schöne Sattanierte Fläche
Dema.Wasser Gespült
Salpertersäure 20% Schwarze schicht entfernt
Dema.Wasser 2min.Gewässert

Anadosiert Bad

10Liter 15% 15°-17° Schefelsäure mit 2 Bleiplatten
Umwälzung/Bewegung mit Aquariumpumpe (Funktioniert sehr gut)
Kabelstärke vom Netzgerät zu den Platten/Bauteilen 2,5mm²

Teile eingehangen für ca.60-65 min bei 1,6A

Frage:
Ampere eingestellt auf 1,6A, ist das jetzt richtig das ich bei diesen kleinen
Bauteilen eine Anfangsspannung von fast 24V und eine Endspannung von 18V haben kann?

Frage halt, weil wie sieht das mit der Spannung wenn die Bauteile größer
werden(meine Gewehrschaft)?

Dem.Wasser für 5min. Gewässert

Farbbad 3g/1,5L Blau ink. Puffer und Konservierungszusatz PH 5,6 bei 40-50 Grad für 15min.

Abgespühlt mit Wasser
Dem.Wasser 5min.

Sealsalz 70 Grad für 5min.
Dem.Wasser
Kochende Seallösung 96° und mehr für 60min.

Dem.Wasser 5min.

Fertig

Persönlich bin ich mit dem Ergebniss mehr als zufrieden :) schönes Blau nicht ganz so
Dunkel wie die Letzten Teile und durch die Sattanierung eine doch schöner Oberfläche.

Frage:
Da dieses ja jetzt eine "Dekorative" Eloxierung ist, kann ich Kratzer einbringen(Probiert).

Kann ich dieses Vermeiden durch "Hart-Anadosieren"?

Beste Grüße

Jörg

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07 Aug. 2010 22:11 #37 von Chrischan
also kleine seichte kratzer können möglich sein, aber so einfach sollte das nicht gehen. eine schicht die gerademal 25..30µm dick ist ist nun auch kein wunderheilmittel. schon gar nicht wenn eine punktuelle last aufgebracht wird.

da brauchst du schon harteloxal dass locker mal 200µm erreichen kann

da mach dir mal keine sorgen

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